2025 Crans-Montana ist überall

Wie Betreiber und Eigentümer gerade älterer Hotels technische Defizite erkennen und schrittweise in den Griff bekommen können.

Verständnislosigkeit, Kopfschütteln und Empörung („Und so etwas in der Schweiz!“) waren die Reaktionen auf das schreckliche Unglück in Crans-Montana. Dabei finden wir auch in Deutschland in Hotels und Gastronomie vielfach brandgefährliche Zustände, die schon lange kein Behördenauge mehr gesehen hat.

Bei uns sollen in Hotels je nach Bundesland technische Überprüfungen – auch in brandschutztechnischer Hinsicht – alle 3 oder 5 Jahre stattfinden. Oft genug sind die tatsächlichen Intervalle aber deutlich länger oder die Prüfungen finden garnicht oder nur sehr oberflächlich statt. Das technische Verständnis der Hoteliers ist in der Regel nicht weit entwickelt, so dass auch gravierende Mängel nicht oder in Ihrer Bedeutung nicht erkannt werden. Wenn dann auch der Haustechniker nicht ausreichend qualifiziert ist oder seine Stelle an verschiedene externe Dienstleister outgesourced ist, bleiben gefährliche Zustände jahrelang tief in den Katakomben des Back of House bestehen. 

Kommt dann ein Planer oder Designer für Renovierungsmaßnahmen ins Haus und erkennt diese Zustände, möchte er nicht unbedingt der Überbringer der schlechten Nachricht sein und dazu sein Renovierungsbudget noch um die Kosten der unerläßlichen Brandschutzmaßnahmen reduzieren. Aber mancher Hotelier hat doch schon so viel davon mitbekommen, dass ihn ein schlechtes Gefühl plagt, wenn er an den Brandschutz denkt. Was kann er machen, ohne eigene Fachkenntnisse?



Er kann durch einen Brandschutzsachverständigen ein BSK, ein Brandschutzkonzept, für sein Haus erstellen lassen. Hotels, die vor dem Jahr 2002 genehmigt wurden, haben ein solches BSK in der Regel nicht. Es kostet meist einen ganz niedrigen 5-stelligen Betrag und weist auch auf alle für einen Fachmann erkennbare Defizite hin. Aber man muss auch die Wahrheit wissen wollem. so unbequem sie manchmal ist. Wenn die Mängel nicht zu groß sind, kann man mit der Feuerwehr einen Plan zu ihrer Behebung abstimmen, der nach Priorität dann über einen längeren Zeitraum abgearbeitet wird. So lassen sich die Kosten oft über mehrere Jahre verteilen.

Crans-Montana war kein Zufall. Bei systematischem wegsehen ist es ein Zufall, wenn nichts passiert.