2025 Umnutzung von Hotels zu Wohnungen
Warum einfache Umnutzungen selten einfach sind – anhand eines realen Falls
Jüngst flatterte mir von der Baubehörde einer der Top10-Städte Deutschlands eine Baugenehmigung ins Haus. Nichts Besonderes, Umnutzung eines 50-Zimmer Hotels zu Wohnungen, Miniapartments. Trotzdem ließen der Bauherr und ich (virtuell) die Korken knallen, denn seit 4 Jahren hatten wir in mehreren Anläufen um diese Genehmigung gerungen. Wir waren aber auch naiv gewesen : Nach 30 Jahren die Umnutzung zweier Wohnhäuser zu einem Hotel rückgängig zu machen, konnte doch keine große Sache sein, so dachten wir. Tatsächlich bekamen wir Hotelleute eine Lektion darin, wie schwierig die Bedingungen für Wohnungsbauentwicklungen in Deutschland sind und warum so wenige Wohnungen gebaut werden. Soziale Erhaltungssatzung, Barrierefrei-Konzept, Spielplatz, Kinderwagenabstellplätze, Stellplatzsatzung für Fahrräder (und Lastenfahrräder !), Grünflächen- und Baumschutzsatzung sowie Denkmalschutzauflagen bargen einige Überraschungen, zusätzlich zu den zu erwartenden Anforderungen aus dem Brandschutzkonzept, dem GEG-Nachweis und den Auflagen aus Bauordnung und Durchführungsverordnung. So blieb auf dem Hof zwischen dem Mindestgrün, dem Begleitgrün und dem Abstandsgrün keine Fläche mehr für Parkplätze, von den 100 Fahrradplätzen plus Lastenräder ganz zu schweigen. Eine freundliche und hilfsbereite Baubehörde (ja, das gibt es noch in Deutschland) half uns mit einem guten Dutzend Befreiungen die schmerzhaftesten Auflagen zu lindern (keine 100 Fahrradplätze !), sodass man jetzt eigentlich anfangen könnte mit der Umwandlung. In der Zwischenzeit hat die Attraktivität einer solchen Umnutzung allerdings stark nachgelassen und zwischendurch gab es auch wieder eine Nachfrage nach Hotels. Also aller Aufwand umsonst ? Warten wir es ab, die Krise holt ja jetzt grade erst die Hotellerie ein und der Wohnungsbau fängt hingegen an, sich zu erholen. Eines ist jedoch klar: mit den deutschen Planungs- und Genehmigungsprozeduren hinken wir vermutlich dauerhaft den Wirtschaftszyklen um eine Phase hinterher.