2025 Zerbröseln bald unsere Hotels?
Warum unterlassene Instandhaltung zum Wettbewerbsnachteil wird und wie dem entgegen gewirkt werden kann
Jüngst ging eine wichtige Sanierungskennzahl durch die Presse : 0,69 % für die energetische Sanierung von Gebäuden in Deutschland. Das bedeutet, dass unsere Gebäude im Schnitt alle 145 Jahre energetisch saniert werden. Mangels Übung in den Grundrechenarten fand der doch eigentlich zu erwartende Aufschrei der Öffentlichkeit nicht statt. Also ließ ich meine KI-Assistenten mal den Renovierungsfaktor für alle Hochbauleistungen in Deutschland für 2024 ermitteln, der lag bei 0,83 %. Alle 120 Jahre werden also zur Zeit Hochbauten in Deutschland einmal durchrenoviert Für Hotels als eine Unterklasse der Hochbauten kann diese Zahl zwar abweichen, wesentlich schneller renoviert als andere Gebäudetypen werden sie aber nach meiner Beobachtung nicht. Was folgt daraus ? Unsere Hotels bröseln uns unter den Fingern weg, viele werden nur noch von den vielen Farbschichten auf der Tapete zusammengehalten. Vom vielfachen Verkauf von einem Investor an den nächsten sind sie auch nicht besser geworden. Wer öfter einen Blick in die Katakomben und Dachaufbauten der Haustechnik wirft, kann ermessen, welche Zeitbombe da tickt. Mir scheint, dass ein Erfolgskriterium für Hotels in Zukunft neben „impeccable service“ auch „impeccable maintenance“ sein wird, eine funktionierende Heizung/Lüftung/Kühlung, eine störungsfreie Wasserversorgung, ein dichtes Dach, Fenster, die sich schließen lassen und ein Aufzug, der nicht steckenbleibt. Es ist zwar erstaunlich, wie weit sich die Grenzen der Vernachlässigung hinausschieben lassen, aber irgendwann muss doch echtes Geld investiert werden, und das sicher nicht erst in 120 Jahren. Wer jetzt seine Hotels auffrischt, wird damit bald eine USP haben!